8 agosto, 2016

Lejendas

Hier eine Auswahl von verschiedenen Legenden vom Flussdelfin, dem Bufeo:

01 Del Bufeo Guarayos, 02 Leyenda Tacana, 03 El Bufeo – To Eko, 04 El Bufeo Itonama, 05 El Bufeo, 06 Un dios desconocido, 07 El coito del principe Inca, 08 Vaccas en el Rio, 09Santuario, 10 Leyenda sobre el Bufeo

01 Vom Bufeo, anonymer Erzähler

Zur Zeit des Wassers, der Regenzeit, wenn der Fluss angeschwollen ist, kommen die Bufeos. Das sind Tiere, die im Wasser leben, es sind die, die die Fische bringen, sie sind die Eltern der Fische, und sie sind gleichsam die Freunde des Menschen. Sie haben schon viel Menschenleben gerettet, sie haben viele Ertrinkende gerettet. Nur für schwangere Frauen sind sie gefährlich.

Einmal waren wir im Kanu auf dem Weg zur Pflanzung mit meinem Neffen und seiner Frau, die schwanger war. Dann kamen die Delfine. Fit!, fit!, Fit! machten sie und sprangen und schwammen vor dem Kanu. Sie sprangen auf der einen Seite, sprangen auf der anderen Seite. Und wir befürchten, dass das Kanu kentern könnte. So kamen die zwei und, fit! sie kreuzten sich und mein Neffe ängstigte sich.

– Ich muss hier raus, lass mich ins Wasser – sagte er dann, um das Kanu besser kontrollieren zu können. Aber die Strömung war sehr stark.

Und ich sagte ihm:

Überprüfe vorher die Strömung, sonst verletzt du dich noch.

Aber der Neffe hörte nicht auf mich und sprang. In diesem Moment wurde die Strömung noch stärker und die Delfine noch störender. Wir waren schon erschöpft und ließen uns mit der Strömung treiben und prallten gegen einen Baumstamm, der im Wasser lag und das Kanu kenterte.

Dann konnten die Frau meines Neffen und ich wieder in das Boot klettern, aber nicht mein Neffe, der unter das Boot geriet und beinahe ertrank. Aber in diesem Moment schwamm der Bufeo ganz nah zu meinem Neffen und machte, dass er sich an ihm festhielt und brachte ihn ans Ufer. Da wurde mir klar, dass der Bufeo ein guter Freund ist.

Gonzales Lucy Jemio (2011): Mitos y cuentos Guarayos, p. 95. En: Colecion Mitos y Cuentos 8. Universidad Mayor de San Andres, La Paz, Bolivia

02 Leyenda Tacana

Der Bufeo war eine Person, die wirklich gerne allein im Fluss schwamm. Diese Person verirrte sich im Wasser, als sie im Fluss war. Erst drei Tage später kam sie zurück.

In Folge dessen wuchsen ihr Fischschuppen auf ihrem Körper. Weil sie Angst hatte, dass die Leute die Schuppen sehen würden, wollte sie ihr Haus nicht mehr verlassen.

Um nicht im Haus eingesperrt zu sein, ging sie in der Nacht ins Wasser. In der Nacht traf sie sich mit einem anderen Bufeo. Aus Eifersucht, darüber, dass ihr Schuppen aus der Haut wuchsen, fingen sie an zu kämpfen. Während sie kämpften, schnitt der andere Bufeo den Kopf von jenem Mann ab, der ein Mensch war.

Als die Bufeos miteinander im Wasser kämpften, gab es viele Fische. Als der Bufeo keinen Kopf mehr hatte, sah er neben sich einen Fisch, der Mamuri heißt. Von ihm schnitt er den Kopf ab und klebte ihn sich an seinen Körper.

Deshalb hat der Bufeo diesen Kopf. Er schwamm mit diesem Kopf. Als er mit diesem Kopf zu seinem Haus gehen wollte, merkte er, dass er nicht mehr den Kopf wie vorher hatte. Und er fing an, im Wasser zu springen, aus Ärger darüber, dass er nicht mehr den anderen Kopf hatte.

Die Bufeos springen also deshalb aus dem Wasser, weil sie sich ärgern, dass sie einen anderen Kopf angeklebt haben.

03 Der Bufeo – To Eko

Nachdem Chaure seine Schwiegermutter in ein Rebhuhn verwandelt hatte, begleitete er die Schwägerin zu ihrem Haus, wo seine Frau war, und er sagte, als er ankam, zu den beiden Schwestern:

Gehen wir zum Fluss baden.

Gehen wir – antworteten sie.

Sie gingen los, kamen an und zogen sich zum Baden aus.

Nehmen wir das Boot und fahren wir zur tiefsten Stelle, waschen und erfrischen wir uns. So sprach Chaure zu ihnen.

Sie waren schmutzig und machten das. Sie seiften sich ein und wuschen sich ab und gleichzeitig warfen sie all ihren Schmutz in das Wasser. Diesen verwandelte Chaure in viele Arten von Fischen. Als er sah, dass sie sauber waren, sagte er zu ihnen:

Könnt ihr tauchen?

Ja – antworteten sie.

Das will ich sehen, taucht runter zu den tiefsten Stellen – Sagte er zu ihnen.

Sie tauchten und er sagte ihnen:

Taucht noch einmal und bleibt ein bisschen unten.

Und sie gehorchten und kamen von Zeit zu Zeit wieder hoch, keuchend vor Erschöpfung und Atemnot. In diesem Augenblick verwandelte Chaure die beiden Frauen in Delfine. Die größere wurde in einen rosa Delfin verwandelt und die kleinere in einen schwarzen.

Deshalb sehen wir heute zwei Arten von Delfinen, den rosafarbenen, der größer ist und den schwarzen, der kleiner ist. Dann sagte Chaure:

Von nun werden sie Bufeos sein, diese werden die Generationen von Kindern meines Vaters sehen. So wollte es Gott.

04 Itonama Der Bufeo

Vor langer Zeit gab es eine Frau. Ihre Schwiegermutter wollte sie nicht. Sie verabscheute sie. Sie gab ihr nur Fisch und Schlange zu essen. Nichts anderes gab sie ihr zu essen

Als ihr Mann zurückkam, suchte er seine Frau. Die Schwiegermutter sagte, sie sei zum Fluss gegangen, um Wasser zu trinken. Sie habe die Schwiegermutter nicht gefragt und die ihr aufgetragene Arbeit habe ihr nicht gefallen. Ihre Schwiegermutter war mit ihren Sachen sehr kleinlich. Die Frau fand nichts, woraus sie hätte Wasser trinken können, weil die Schwiegermutter alles versteckte, damit sie kein Wasser trinken konnte. Die Frau suchte ein Gefäss, mit dem es hätte Wasser schöpfen können. Aber sie fand keines. Als sie am Wasser war, nahm sie ein breites Blatt und trank das Wasser daraus. Dann ging sie ins Wasser um zu trinken. Sie kehrte nicht mehr zurück. Sie ging dorthin. Sie kam nicht mehr heraus.

Ihr Mann suchte sie, als er zurückgekommen war. Er weinte, als er sie suchte, aber sie wollte nicht herauskommen, um ihren Mann zu finden.

Sie sagte ihm: Geh du weg. Geh zu deiner Mutter und deinem Vater und deinen Brüdern. Ich bin nur hier, um für immer hier bleiben. Jetzt gehe ich hier nicht mehr raus. Ich habe mich hierher geflüchtet. Ich habe mich ins Wasser geflüchtet. Diene du deiner Mutter und deinen Brüdern! Weil sie mich gehasst hat. Sie hat mir nichts zu essen gegeben. Sie gab mir nur Schlange und Fisch. Also bleibe ich jetzt im Wasser, weil sie mich so sehr hasste. Aus diesem Grund bin ich ins Wasser gegangen. Geh nur deine Mutter schauen. Ich bleibe hier. Ich gehe von hier nicht mehr weg.

Deshalb wandelte sie sich in einen Bufeo mit einem spitzen Maul, so wie ein Strohhalm für Matetee. Der Name dieser Frau war Margarita.

10 Die Legende vom Bufeo

Ganz in der Nähe der großen Stromschnellen – heute Cachuela Esperanza – am Rio Beni und auf dem rechten Ufer, lebte der Stamm der Pacahuaras. Ihre Hütten waren aus Holz und Palmblättern. Die Hütten hießen „Malocas“ und glichen kleinen Pyramiden, deren Dach in einer Spitze endete. Eine Hütte ragte unter allen heraus und war von wilden Blumen umgeben. Sie war die Wohnung des Chefs des Stammes mit Namen Baba Ichu.

Die Siedlung Pacahuara lag direkt neben einem wunderbaren See mit Namen Pacahuara, der mit seinem Charme die Blume des Pando war. Hier wurden oft Wettbewerbe für Schwimmer, Bogenschützen und Kanurennen oder andere Sportarten mit Preisen für die Gewinner abgehalten. Unter den Schwimmerinnen war eine schlanke Dame mit Namen Paca Mara, der Tochter von Baba Ichu.

Paca Mara war verliebt in einen jungen Mann, einen guten Bogenschützen von nur 19 Jahren, mit Namen „Tari Cui“, und sie wollten als Mann und Frau, in sechs Monden und nach einigen Jagdproben, heiraten.

Eines Tages kam nach Pacahuara eine Delegation der Araonas, der ein befreundeter Nachbarstammwar. Der Leiter der Abordnung war ein junger Mann namens Huara Cachi und sie kamen, um die jungen Pacahuaras zu einem Wettbewerb einzuladen. Es sollte genauso wie für das Erntedankfest sein und der Ort wäre der Hauptort der Araonas, Cachuela Grande genannt, ein paradiesischer Ort am Ufer des Rio Ina (Rio Beni) gelegen.

Als die Delegation im Haus von Baba versammelt war, blickte der Chef der Araonas mit seinem lustvollen Augen ins Gesicht der Tochter von Baba, die Paca Mara hieß.

Als die Delegation zurückgekehrt war, bereiteten sich die Pacahuaras für die verschiedenen vereinbarten Wettbewerbe vor.

Am vereinbarten Tag, kam die Jugend von Pacahuara zur Siedlung der Araonas. Dort wurden sie freundlich aufgenommen mit Zeichen wahrer Brüderlichkeit. Mit Tänzen in prächtigen Kostümen aus Papageienfedern gab jede Gruppe ein Beispiel für ihre Tradition.

Der junge Huara Cachi nutzte die Gelegenheit, um immer wieder mit Paca Mara zu tanzen, bis die Zeit kam, um ihr seine Liebe zu erklären. Aber Paca Mara stieß ihn heftig beiseite, dass er zu Boden ging. Und sie suchte eilig ihren Verlobten Cui Tari auf und erzählte ihm was passiert war.

Der junge Pacahuara-Mann war über die Aufmerksamkeit von Cachi Huara sehr verärgert, und war bereit, seine Ehre zu verteidigen.

Der böse Araona, betrunken vor Wut, dachte sich eine Falle aus, um der jungen Pacahuara habhaft zu werden und diesen Plan führte er am Tag des Schwimmwettkampfs aus.

Die hinterhältige Plan bestand darin, das Harz des Pakiobaumes (Copo azu, Großblütiger Kakaobaum) zu entzünden, und mit diesem duftenden Rauch sie in einen Fisch zu verwandeln, und er wollte mit sich dasselbe tun, um mit ihr für immer vereint zu sein.

Beim Beginn der Wettbewerbe, waren hunderte von Zuschauern an den Ufern der Stromschnellen und mit Beifall und Kampfrufen spornten sie ihre Kämpfer an, als die Kanus in die aufgewühlten Wellen der Stromschnelle hineinstießen.

Dort, im wilden Wettrennen der Ruder, erlitten die einen Schiffbruch, die anderen schwammen, aber als gute Schwimmer überstanden sie auch das ohne Unfall.

Nach der ersten Nummer, stellten sich die Bogenschützen, unter ihnen auch Tari Cui, auf. Auf das vereinbarte Signal sprangen sie in ihre Kanus, den Bogen in der Hand und schon begannen sie inmitten der schäumenden Stromschnelle zu jagen mit den Pfeilen, die an ein feines Lederband gebunden waren. Frohgemut jagten sie Pacu, Pintao, Surubi und Piraiba, was die Zuschauer mit heftigem Applaus bejubelten.

Unter den Jägern war auch Tari Cui als Vertreter der Pacahuaras, der mit seinem Pfeil eine Piraiba von drei Metern traf. Tari Cui überraschte die Leute, als er sich auf den Rücken des furchterregenden Piraiba warf und eine enorme Flosse packte. Es gelang ihm zwei Pfeile in die Kiemen des Tieres hinein zu stoßen und so seine wilde Gegenwehr zu mäßigen und zu stoppen, bis dann die Bestie ruhig da lag und Tari Cui ans Ufer kam, umgeben von Jubel und Blumen.

Bereits am späten Nachmittag, als die Strahlen der Sonne sich mehr auf dem sich wirbelnden Wasser der Stromschnelle spiegelten, so auch am Strand, bereiteten sich vierzehn Damen in Trachten gekleidet vor, den Fluss schwimmend zu durchqueren.

Die Flöten der Pfeifer und die Trommeln aus Leder, hoben die Stimmung, als der Kampfruf dreimal zu hören war und beim dritten Mal sprangen die jungen Sirenen ins Wasser mitten in die Wogen der Stromschnelle.

Niemand merkte, dass gut verborgen in der Mitte des Flusses, auf dem Felsen, der aus dem Wasser ragte, Huara Cachi mit seiner bösen Hexerei versteckt war.

Als Paca Mara, die weit vor den anderen Schwimmerinnen war, ganz nah an ihm vorbeischwamm, kam Huara Cachi aus seinem Versteck mit seinem Weihrauchkessel mit Qualm um den Kopf und mit der Schlauheit eines Kaimans, warf er sich auf seine Beute, die mit aller Kraft schwamm.

Als die unglückliche Paca Mara sah, dass er sich ihr in den Weg stellte, gab sie einen schrecklichen Schrei von sich, der von allen am Ufer zu hören war. Das erzeugte eine so große Bestürzung unter den Schwimmerinnen, dass sie zum Start zurückschwammen.

Jeder sah, dass Mara Paca mit etwas kämpfte, aber Tari Cui spürte in diesem Moment die Gefahr im Voraus. Er warf sich ins Wasser, den Bogen in der Hand und in wenigen Augenblicken war er bei seiner geliebten Paca Mara.

Huara Cachi goss in seiner sinnlosen Gier den duftenden Saft auf den Körper der wunderbaren Jungfrau. Sie war sofort wie verhext und ging mit einem lauten Schrei unter. Genau in diesem Moment kam Tara Cui und sah, dass seine Geliebte unterging. Mit seinem Bogen schoss er einen tödlichen Pfeil in die Brust des Angreifers. Ohne abzuwarten tauchte er in die Fluten, um seine geliebte Paca Mara zu suchen. Als der junge Mann untergetaucht war, sprang das Mädchen wie mit einem Salto aus dem Wasser. Er sah, wie aus ihrem Mund ein Wasserstrahl kam, und sie dann wieder untertauchte.

Dem Jüngling Tari Cui, in seinem Bestreben, Paca Mara in den Tiefen des Flusses zu finden, gelang es, den Körper des Mädchens zu fassen und er streichelte seine Dame, ohne sich des Zaubers, den sie bekommen hatte, bewusst zu sein. In dem Moment als Paca Mara erkannte, dass er ihr Geliebter war kamen die zwei Arme an die Wasseroberfläche und froh machten sie einen senkrechten Salto, gaben einen schrillen Pfiff von sich und stäubten einen Wasserstrahl durch die Nasen, ohne sich bewusst zu sein, dass sie sich in ein fremdartiges Tier verwandelt hatten. Ihre Arme waren zu Flossen geworden, ihre Füße zum Schwanz eines Fisches. Der Schreckensschrei der Leute war ungeheuer, als sie sahen, dass sich etwas Seltsames ereignet hatte und sie wussten, dass Paca Mara und Tari Cui sich in Bufeos verwandelt hatten, die voller Anmut und Geheimnis waren. Die wunderbare Frau hatte sich in einen Bufeo verwandelt, denn alle sahen sie, als sie zwei Mal aus dem Wasser sprang. Sie zeigte statt Armen zwei Flossen und anstelle von Füssen einen Fischschwanz, aber man sah auch ihre gut sichtbaren Brüste einer Frau.

Gleicherweise sahen sie auch Tari Cui in einen Bufeo verwandelt, aber ohne Brüste. Er zeigte lediglich zwei kräftige Flossen, die, als sie auf das Wasser klatschten, seinen Gegner trafen, der vergeblich versuchte, das Ufer zu erreichen. Aber Tari warf ihn mit einem Schlag seines Schwanzes auf die Felsen, auf denen Huara Cachi zerschmettert wurde und sogleich starb.

Es ist zu bemerken, dass der weibliche Bufeo, wenn er einen Ertrinkenden sieht, ihn ans Ufer bringt, um ihn zu retten, wenn er kann und der männliche Bufeo macht im Gegenzug dasselbe, wenn eine Frau ertrinkt, dann bringt er sie ans Ufer, aber wenn es ein Mann ist, drückt er ihn noch mehr unter Wasser.

Im ganzen bolivianischen Amazonasraum findet man die Überzeugung, dass der Bufeo genauso wie die Zauberer rachsüchtig ist, wenn er verletzt ist.

Der Bufeo ist in den Flüssen des bolivianischen Amazonas heimisch und man nimmt an, dass sein Ursprung die große Stromschnelle ist die sich heutzutage gegenüber von Cachuela Esperanza befindet. Von da aus glaubt man, habe sich dieses walartige Säugetier in alle Flüsse des bolivianischen Amazonas ausgebreitet.

Facebook
Facebook